Ein Wetterschutz für die Sissinghurst Bank

Für alle, die den Namen Sissinghurst und die damit bekannt gewordene Bank nicht kennen werde ich etwas in die Geschichte eintauchen. Alles begann im Jahre 1919 als Vita Sackville-West und ihr Mann Harold Nicolson den englischen Landsitz südwestlich von Canterbury ersteigerten. Gemeinsam legten sie mit viel liebe ihren Garten an. In diesen Garten fanden sie Ruhe und schöpften neue Kraft für ihre Arbeit. Geht es uns nicht heute auch noch so? In unseren Garten können wir abschalten und den stressigen Tag hinter uns lassen und so ein Garten braucht natürlich auch eine gemütliche Sitzgelegenheit, wie wäre es also mit einer Bank? Eine schöne Gartenbank, im englischen Landhausstil mit einer hohen geschwungenen Lehne, ein bisschen romantisch darf sie auch sein. Stehen sollte sie dann an einem schattigen Plätzchen, umrankt von Rosen oder vor einer alten Mauer. Genau das Richtige für fast jeden noch so kleinen Garten. So etwas stellten sich damals auch Vita Sackvill-West und ihr Mann Harold Nicolson vor. Diese Gartenbank wurde dann vom Architekten Edwin Lutyens entworfen und heute noch findet man diese Bank in vielen Gärten.

Genug Geschichte, nun kommt meine Arbeit.

Sissinghurst Bank

Diese Sissinghurst Bank soll für schlechtes Wetter eine maßgeschneiderte Schutzhülle bekommen.

Die Familie hatte mich auf der LebensArt in Weinheim angesprochen. Sie erzählten mir von Ihrer Sissinghurst Bank und das sie so lange wie möglich keine graue Sissinghurst Bank haben möchten. Dazu muss man wissen, die Bank ist aus Teak Holz gefertigt  und dieses Holz vergraut mit der Zeit. So kam es, dass ich eine Woche später die Familie zuhause besuchte um die Bank auszumessen, denn es sollte eine maßgeschneiderte Schutzhülle werden.

Gutes Messen ist da wichtig.

Vor Ort habe ich alle wichtigen Maße genommen,  die für eine besonders gute Passform notwendig sind.

Im Atelier wieder angekommen, überlege ich mir, wieviel Teile die Schutzhülle haben sollte, um einen guten Sitz zu erreichen. Mein Ziel war es, dass das Regenwasser ablaufen kann, eine enge Passform sollte der Schutz haben und als letztes die Gesamtlänge der maßgeschneideren Schutzhülle sollte so sein, dass diese nicht auf dem Boden aufsteht.

Zusammenstecken der Einzelteile.

Damit sich beim zusammennähen der Einzelteile nichts verschiebt werden diese aneinander gesteckt.

Nachdem die großen Zuschnitte zusammengenäht wurden habe ich in eines der Seitenteile einen Reißverschluss eingearbeitet.

Ein Reißverschluss für guten Sitz ist wichtig.

Der Reißverschluss ist erforderlich um eine sehr enge und genaue Passform zu erreichen.

Bei den Armauflagen sind Rundungen, die auch bei der Schutzhülle der Bank berücksichtig werden und damit sich die runde Form schön legt werden diese eingeschnitten.

Formgebung für die Rundungen

Schön zu sehen sind die Einschnitte für die Rundung, somit legt  sich die Nahtzugabe nach dem Wenden schön in Form.

Sorgfalt beim Nähen ist unerlässlich.

An der Nähmachine werden nun die letzen Teile mit viel Sorgfalt zusammen genäht.

Alle wichtigen Arbeiten sind nun abgeschlossen und es geht wieder zum Kunden. Die restlichen Anpassungen werden diesmal vor Ort vorgenommen und Ihr werdet es nicht glauben, dafür saß ich im Garten mitten zwischen den Rosen.

Nähen im Garten beim Kunden.

Nähen im Garten… dass habe ich auch nicht oft.

Die Bank war eine schöne Herausvorderung für mich und zum Schluß war ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, doch schaut selbst wie gut die maßgeschneiderte Schutzhülle passt.

Sehr gut passende Schutzhülle.

Die Schutzhülle passt sehr gut.

ie länge der Schutzhülle ist sehr genau gearbeitet.

Auch die Länge der passgenauen Schutzhülle ist genau richtig. Kein aufstehen auf dem Boden.

Schutzhülle mit verdecktem Reißverschluss.

Der Reißverschluss wurde, wie hier gut zu sehen ist, Nahtverdeckt mit einem Übertritt eingenäht.

Ösen zum entweichen der Feuchtigkeit.

Damit die Feutigkeit, die durch Kondensation entsteht, gut entweichen kann habe ich noch Ösen eingearbeitet.

So ich hoffe es hat Euch wieder gefallen.

Auf bald!

Anke Staub